Ulrich Glauche – Leiter FM-Beratung REG-IS

Leiter FM-Beratung

1Wie heißt Ihr System?
REG-IS (Regelwerks-Informationssystem)
2Seit wann gibt es das System?
Seit 2009
3In welcher Version liegt es aktuell vor?
Es liegt derzeit in der Version 2.0 vor.
4Wie hoch ist die Zahl der Regelwerke, die Ihr System einbindet?
Das System beinhaltet Informationen zu etwa 2.000 Gesetzen und Regelwerken (Status: gültig + Entwurf) sowie etwa 500 Regelwerken, die inzwischen ungültig geworden sind.
5Was heißt für Sie persönlich Betreiberverantwortung?
Betreiberverantwortung ist in der Tat kein Begriff, der in Gesetzgebung oder Rechtsprechung eine Legaldefinition erfahren hat. Es ist also eine individuelle Entscheidung innerhalb einer Organisation, welche Aspekte der „Compliance“ man darunter fassen und in der betrieblichen Realität abbilden möchte. Für mich ist Betreiberverantwortung folgendes: „Betreiberverantwortung ist die notwendige Folge der Aufgabe, beim Betrieb einer Immobilie und der dazu gehörenden Freiflächen [eines Grundstücks und seiner wesentlichen Bestandteile] dafür zu sorgen, dass alle dem Schutz fremder Rechtsgüter dienenden gesetzlichen Pflichten (Betreiberpflichten) mit der erforderlichen Kompetenz erfüllt werden.“ Betreiberverantwortung betrifft also weite Teile des Arbeitsschutzes ebenso wie Pflichten, die sich aus der Eigentümerstellung ergeben und natürlich auch die allgemeinen Verkehrssicherungspflichten. Ich verstehe damit ein breites Spektrum öffentlich-rechtlicher, strafrechtlicher und zivilrechtlicher Pflichten unter diesem Begriff – das macht das Thema ja für alle Beteiligten so interessant.
6...und was für den AK Betreiberverantwortung der GEFMA?
Wir haben diese Definition bei Rödl & Partner im Kreis unserer internen Praxisgruppe FM-Recht erarbeitet und machen sie zur Grundlage sämtlicher Beratungsprojekte und Diskussionen. Auch im AK FM-Recht kommt dieses Verständnis unserer Begriffsdefinition immer wieder zum Ausdruck und wird – soweit ich das erkennen kann – auch von allen Beteiligten geteilt.
7Welche Regelwerke bindet Ihr System konkret ein - es reichen Oberbegriffe?
Das System erfasst FM relevante Regelwerke aus den Bereichen:

•EU-Recht
•Bundesrecht
•Landesrechte aller 16 Bundesländer
•Stadtrecht ausgewählter Städte
•Gesetzl. Unfallversicherung (DGUV-Regelwerk)
•Techn. Regelwerk (z.B. ASR, TRBS, AMEV, DIN /EN /ISO, DVGW, VDI, VDE, VDMA, VdS, GEFMA, + weitere)
8Gibt es einen Schwerpunkt oder eine spezifische Ausprägung in der Auswahl der Regelwerke?
Wir wollen in REG-IS alle für den Gebäudebetrieb maßgebenden Regelwerke erfassen. Dabei sind noch nicht alle Spezialimmobilien abgedeckt, aber wir ergänzen bei Bedarf auch individuell Regelwerke, die für solche Immobilien von Bedeutung sind (z.B. Flughäfen).
9Gibt es Regelwerke, die praktisch immer verpflichtend sind?
Ja. Gesetze des Bundes und der Länder sowie verbindliche Regelungen des europäischen Rechts sind immer verbindlich. Darüber hinaus gibt es verbindliche Verordnungen oder Satzungen auf allen administrativen Ebenen (Bund, Land, Gemeinde) die immer verpflichtend sind. Anders verhält es sich bei den allgemein anerkannten Regeln der Technik oder den Technischen Regeln zur Beschreibung des Stand der Technik. Hier kann grundsätzlich von den niedergeschriebenen Vorgaben abgewichen werden. Ob das allerdings sinnvoll ist, muss im Einzelfall entschieden werden.
10Wer ist die Zielgruppe Ihres Systems?
Die Zielgruppe des Systems sind Betreiber baulicher und technischer Anlagen. Dies können gleichermaßen Immobilieneigentümer wie Mieter sein, die Verpflichtungen aus dem Gebäudebetrieb übernommen haben und Dienstleister der FM-Branche. Es gibt keine besondere Ausrichtung auf private Unternehmen oder die öffentliche Hand. Unsere Zielgruppe sind alle, die ein Interesse an einem rechtskonformen Gebäudebetrieb haben.
11Gibt es Branchenschwerpunkte?
Grundsätzlich nicht. Eher gibt es Branchen, für die wir voraussichtlich noch gewisse Erweiterungen vornehmen müssen (z.B. für Krankenhäuser oder Stadtwerke).
12Für wen wäre Ihr System eher nicht geeignet?
Vorbehaltlich der genannten Einschränkungen bei gewissen Spezialimmobilien ist das System grundsätzlich für jeden Betreiber geeignet, nicht jedoch für Planer oder Errichter. Allerdings kann es für manche Nutzer etwas überdimensioniert sein. Das gilt z.B. für die Wohnungswirtschaft oder kleinere Immobilienbestände mit einer ausschließlichen Büronutzung. Für diese Mandanten halten wir dann andere, weniger komplexe Lösungen vor.
13Auf welches Zeitfenster muss sich ein Unternehmen einstellen, bis die Prozesse zur sicheren Wahrnehmung der Betreiberverantwortung wirkungsvoll implementiert sind?
Wenn ein Unternehmen ganz am Anfang steht, wird es unter vier bis sechs Monaten kaum zu bewerkstelligen sein. Aber solche Projekte können auch durchaus ein Jahr und länger dauern. Das heißt natürlich nicht, dass die beteiligten Kollegen dauerhaft mit dem Projekt beschäftigt sind, aber wenn man so ein Projekt vernünftig neben der täglich ohnehin notwendigen Arbeit in den Griff bekommen möchte, kostet das einfach seine Zeit. Unsere Erfahrung als Berater ist allerdings – anders als bei vielen anderen Projekten – dass die Beteiligten mit Spaß und großem Interesse an die Projekte herangehen. Sie lernen dabei sehr viel über das Thema Betreiberverantwortung, lösen nebenbei häufig innerbetriebliche Zuständigkeitsdiskussionen, die oft seit langem in einer Sackgasse stecken und realisieren ganz nebenbei, dass Angst bei all diesen Fragen der falsche Ratgeber ist.
14Welche Kosten kommen auf Unternehmen bei der Umsetzung ihrer Betreiberpflichten zu?
Das hängt sehr stark von der Unternehmensgröße, der Komplexität der Immobilien und Tätigkeiten, aber auch den Möglichkeiten des Unternehmens ab. Es ist etwas anderes, das Thema bei einer Bank oder Versicherung umzusetzen, als bei Produktionsstätten in einem High-Tech-Industrieunternehmen oder einem Krankenhaus. Kann ein Unternehmen viele Aufgaben selbst durch eigene Mitarbeiter erledigen, entfallen zumindest Beraterkosten und reduzieren sich auf ein Coaching im Projekt. Besteht diese Möglichkeit nicht und muss z.B. ein Externer zuerst die Anlagen und den Anlagenzustand aufnehmen, wird das Projekt insgesamt sehr viel aufwändiger. Pauschal eine Summe oder Bandbreite zu nennen, wäre deshalb aus meiner Sicht wenig aussagekräftig.
15Wie viele Abonnenten hat Ihr System?
Das System wird aktuell von etwa 120 Unternehmen, Gebietskörperschaften und Institutionen in ganz Deutschland genutzt. Viele der Lizenznehmer sind auf unserer Referenzliste im Web einsehbar.
16Wie viele von diesen sind aktiv Nutzer, wie viele Karteileichen?
Alle unsere Lizenznehmer sind aktive Nutzer. Durch die jährlichen Lizenzkosten und unser aktives Kundenmanagement werden nicht genutzte Accounts regelmäßig geschlossen. Das kommt aber erfreulicherweise selten vor.
17Ist Ihr System autark oder kann es auch in CAFM-Software integriert werden?
Das System kann sowohl als Stand-Alone Lösung (d.h. Recherche über unser Webportal) betrieben werden aber auch an ein CAFM System oder potenziell auch andere Softwarelösungen gekoppelt werden.
18Welche CAFM- und Software-Hersteller bieten aktuell schon eine Integration Ihres Systems?
Hierzu liegen uns leider keine vollständigen Informationen vor. Entsprechende Rückmeldungen sind uns von folgenden Anbietern bekannt: byron (Byron/BIS), IMS (IMSWARE), N+P (Spartacus FM). Es soll aber auch Kopplungen von weiteren Anbietern geben, u.a. Conject (conjectFM), EBCsoft (Vitricon), eTask(eTask CAFM), GISproject (Visa FM), Loy & Hutz (wave Facilities), M.O.P. (T.O.M.) sowie mit SMB (Morada) und auch mit SAP.
19Wie erfolgt die Integration – per Single-Sign-On oder über Schnittstellen?
Die Integration erfolgt über Schnittstellen. Aktuell werden zwei Möglichkeiten angeboten: - Integration per Hyperlinks - Datenabruf per Webservice
20Falls es verschiedene Wege der Integration gibt, welcher Hersteller unterstützt welchen Zugangsweg?
Hierzu liegen uns keine Informationen vor.
21Wie wird Ihr System gebucht – als Komplettsystem, in Themenpaketen oder in Einzelgesetzen? Und wie sind die Leistungen tarifiert?
Das System wird vertrieben als Unternehmenslizenz, also nicht nutzer- oder arbeitsplatzbezogen. Die Abrechnung erfolgt jährlich. Der Preis richtet sich nach den ausgewählten Themenpaketen. Hierfür stehen 35 Regelwerkskategorien zur Auswahl. Funktionale Unterschiede ergeben sich durch die Wahl der Version: Standard oder Professional. Rabattierungen erhalten kommunale Gebietskörperschaften. Sämtliche Preise und ein Versionenvergleich ist jederzeit aktuell einsehbar unter http://my.reg-is.de/preisliste.aspx
22Wie sind die Kündigungsfristen?
Die Kündigung kann jährlich erfolgen.
23Wo finden Interessierte weitergehende Informationen zu Ihrem System?
Unter http://www.reg-is.de gibt weiterführende Infos und auch die Ansprechpartner für den vertiefenden persönlichen Austausch. Wir bieten auch Einführungsschulungen bzw. Produktvorstellungen als Webinare bzw. im Einzelfall auch bei Vor-Ort-Präsentationen an.
24Wie ist die URL (Webadresse) Ihres Systems?
Das System kann unter der URL http://my.reg-is.de aufgerufen werden.

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